Nr. 48 Januar 2000
AKTIVITAETEN IM BEIT THERESIENSTADT
| Ins neue Millenium |
| Vor einem halben Jahr wurde ich zum Vorsitzenden unserer Vereinigung gewaehlt. Die Zeit verflog schnell und mir scheint, als ob es gestern war. Dieses Gefuehl bringt einem zum Bewusstsein, dass die Zeit schnell verlaeuft - und es gibt viel zu tun.
Um unsere Taetigkeit auszuweiten muessen wir die Vereinigung staerken. Die Bedingung dafuer ist, mehr Mirtglieder der zweiten Generation heranzuziehen und fuer unsere Taetigkeiten zu aktivieren. Wir planen, uns dieser Aufgabe im kommenden Jahr ganz besonders zu widmen.
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| Dr. Eli Lawental Vorsitzender der Vereinigung |
| Welttreffen im Jahre 2000 Am 20. Mai 2000 wird im Beit Theresienstadt, Kibbutz Givat Chajim-Ichud, das traditionelle Jahrestreffen der Mitglieder unserer Vereinigung stattfinden. Diesmal wird es international sein, mit vielen Teilnehmern aus dem Ausland. Das genaue Programm wird spaeter ausgesandt, doch wir teilen das Datum des Treffens schon jetzt mit, damit die auslaendischen Teilnehmer rechtzeitig ihre Vorbereitungen treffen koennen. Wir hoffen viele Freunde aus dem Ausland begruessen zu koennen. |
| Internationales Workshop Vom 26. - 31. Maerz 2000 wird im Beit Terezin ein internationales Treffen von Erziehern und Fachleuten aus dem Bereich der Museen und Gedaechtnisstaetten stattfinden. Unter dem Titel The First International Workshop at Beit Terezin - A Case Study werden u. A. folgende Themen behandelt werden: Holocaust-Gedenken im 21sten Jahrhundert, Einfluss des Holocausts auf verschiedene Weltanschauungen, Methoden des Holocaust-Unterrichtes, moderne Techniken in Dokumentations- und Gedenkstaetten. |
| RENOVATION IM BEIT THERESIENSTADT |
| Die Erschaffung der Welt dauerte der Tradition nach 6 Tage, doch die Renovation im Beit Terezin nahm leider viel mehr Zeit in Anspruch. Wir sind zwar schon seit 2 Monaten zurueck im Haus, doch ist noch nicht alles beendet. |
| Der Ausstellungssaal "Mishkan Jaakov" wurde laut den Anforderungen der staatlichen Museumsabteilung renoviert, dies war Bedingung um die offizielle Anerkennung als Museum zu erhalten. Der uns zur Verfuegung stehende Raum ist bekanntlich nicht gross und so bemuehten wir uns vor Allem, die Ausstellungsflaechen moeglichst gross zu halten. Deshalb wurden weniger und kleinere Fenster vorgesehen. Der Eingang wurde durch eine Konstruktion definiert, die weitere Moeglichkeiten zur Anbringung von Ausstellungsobjekten, Erklaerungen etc. bietet. Dies schuf auch eine etwas abgesonderte Ecke fuer Forscher und Studenten, wo auch mit Computer, CD usw. gearbeitet werden kann. Der ganze Saal wurde mit einer speziellen modernen Beleuchtungsanlage ausgestattet. Die Inneneinrichtung ist noch nicht so weit. |
| Wir planen die erste Ausstellung im Mai 2000 zu eroeffnen. Ein Ausstellungsdesigner zusammen mit unserer Kuratorin Alisa Scheck, den Mitarbeitern von Beit Terezin und unser Ausstellungsausschuss sind mit dieser Aufgabe betraut. Wir moechten hier die Unterstuetzung und Zusammenarbeit erwaehnen, die wir waehrend der ganzen Zeit der Renovation vom Kibbutz Givat Chajim-Ichud und seinen Mitgliedern erhielten. Es wurde uns eine Wohnung zur Verfuegung gestellt, in welcher wir provisorisch weiterarbeiten konnten. Ganz besonders moechten wir Uri Dajag danken, der unzaehlige Mal den Bau besuchte und die Arbeiten ueberwachte, Dank auch Gilead Karmi und seinem Team, der uns mit den Uebersiedlungen half. Und Dank gebuehrt ebenfalls Nir Drori, der uns von der Ferne mit viel Fachwissen half. Spenden unserer Mitglieder, Zuwendungen der Claims Conference und der Museumsabteilung des isr. Kulturministeriums sowie uns von Mitgliedern hinterlassene Summen finanzierten die Renovation. |
| Bilha Rubin |
| Anerkennung unseren Freiwilligen Die nun schon traditionelle Feier wurde am 5.12.1999 (2. Chanukkahlicht) im Beit Terezin fuer die vielen Freiwilligen abgehalten, die uns in den verschiedensten Bereichen unterstuetzen. Die Leiterin von Beit Terezin Anita Tarsi unterstrich in ihrer Begruessung, dass unsere weitschweifige Taetigkeit ohne die ausdauernde Mitarbeit der Freiwilligen undenkbar waere - sei es bei Uebersetzungen, Zeugenaussagen an Studientagen und vielen anderen Gebieten. Es sprach auch unser Vorsitzender Dr. Eli Lawental, die Verantwortliche fuer Veranstaltungen Schosch Sadeh und Frau Ulrike von Flatow, die Initiatorin und treibende Kraft der Hans Krasa Stiftung. Sie sagte, dass die Werke der Tereziner Kuenstler nicht aus Mitleid gespielt werden, sondern weil sie von hohem musikalischen Wert sind und in der ganzen Welt gespielt werden sollten. Beim Konzert, das bei der Veranstaltung gegeben wurde, brachten junge Musiker aus Deutschland und eine Saengerin aus Tschechien im Ghetto Terezin geschaffene Werke der Komponisten Hans Krasa, Pavel Haas, Viktor Ullmann und Gideon Klein, die im Holocaust umkamen. Die Musiker (groesstenteils Musikerinnen), das Trio Gideon Klein, das Quartett Viktor Ullmann, Karla Haltwanger am Klavier und Olga Cerna, Mezzosopran - gewannen den Wettbewerb fuer Darbietung von Werken im Holocaust umgekommener Komponisten, der 1999 in Deutschland stattfand. Willy Groag sprach ueber Lisa Klein, die Schwester Gideon Klein's, welche, 87-jaehrig, in Prag starb. Er erzaehlte, dass Lisa im Ghetto Terezin als Sozialarbeiterin im Maedchenheim L-410 taetig war, in der Zeit waren im Keller des Gebaeudes Proben fuer Verdis "Requiem", dirigiert von Rafael Schaechter. Nach der Befreiung widmete sie ihre ganze Energie dem Aufspueren von Werken ihres Bruders Gideon und deren Veroeffentlichung. Am Ende des schoenen Abends erhielt jeder der Freiwilligen ein Exemplar des neuen Buechleins "Fuehrer fuer den Besucher in Terezin". |
| UNSER ERZIEHUNGSZENTRUM |
| Neue Mitarbeiterin Aja Shacham geb. Friedlaender arbeitet nun auch in unserem Erziehungszentrum. Ausser der laufenden Arbeit wird Aja besondere Projekte fuehren, wie z. B. Studientage fuer Lehrer zum Thema Ghetto Theresienstadt und Holocaust. Sie wird auch die Zusammenarbeit mit anderen Studienzentren in unserem Distrikt foerdern. In Zukunft wird sie auch fuer die Verbindung zwischen Beit Terezin mit der zweiten und dritten Generation verantwortlich sein. |
| Studientage Von Januar bis Dezember 1999 haben wir 120 Studientage fuer Mittelschueler, Jugenddelegationen nach Polen und Tschechien und Lehrer veranstaltet. Es nahmen insgesamt etwa 6000 Personen teil. Die Studientage wurden von der Jugendabteilung des isr. Erziehungsministeriums unterstuetzt. Ausserdem hatten wir 12 besondere Studientage fuer Lehrer und Journalisten aus Deutschland. |
| Spezielle Studientage Eine Delegation der jungen Fuehrung des United Jewish Appeal, etwa 120 Studenten, besuchte Beit Theresienstadt am 23.12.1999 und traf 20 unserer Mitglieder der ersten Generation, die im Ghetto waren, Soldaten der juedischen Brigade und Vertreter der zweiten Generation. Die Delegation wurde in kleinere Gruppen geteilt, in deren Rahmen sie mit unseren Mitgliedern ueber Fragen des Holocaust-Gedenkens sprachen. Diese Gruppe besuchte uns nachdem sie in Tschechien und dort in Terezin waren. Das Treffen war lehrreich und anregend. |
| "In Theresienstadt sein" In diesen Tagen beginnt die erzieherische Taetigkeit, die mit der Internet-Site "In Terezin sein" verbunden ist. Die Zahl der Dokumente in der Site ist jetzt etwa 600 - einschliesslich Fotografien, eine interaktive Landkarte, Musikfragmente, Forschungsarbeiten und aus dem Tschechischen und Deutschen uebersetzte Quellen. Dieses Jahr wurde die Zahl der am Projekt teilnehmenden Klassen vergroessert und es werden etwa 800 Mittelschueler beteiligt sein. Zum Abschluss werden die Studenten Arbeiten ueber verschiedene das Ghetto betreffende Themen schreiben. Die Site wird von Beit Terezin in Kooperation mit dem Zentrum fuer Erziehungstechnologie gefuehrt. |
| Fortbildung von Lehrern und Leitern die Gruppen nach Osteuropa begleiten wird in den ersten Monaten des Jahres 2000 organisiert werden, gemeinsam von Beit Terezin mit "Amalnet", der "Amal"-Schulen Organisation. Sie soll aus 6 Zusammenkuenften zu je 4 Stunden und einem ganzen Tag in Beit Theresienstadt bestehen. Dies ist ein erster Versuch unseres Erziehungszentrums in dieser Richtung. |
| Neue Internet Site fuer Holocaust Unterricht zusammen mit "Amalnet" Die Mitarbeiter von Beit Terezin zusammen mit einem Team von "Amalnet" haben mit den Vorbereitungen fuer die Erstellung so einer Site begonnen, welche Fernunterricht ermoeglichen soll. Die Site wird sich mit dem Schicksal von 4 juedischen Familien aus 4 verschiedenen Laendern beschaeftigen, vom Ende des 19ten Jahrhunderts bis 1948. Dies ist ein neues und wichtiges Unternehmen, das von der "Amal" Erziehungsorganisation finanziert wird. Wir hoffen, das Projekt im Laufe des Jahres 2000 zu beenden. |
| Reisefuehrer fuer den Besucher in Terezin Um den Instruktoren, Lehrern und Schuelern der Jugendgruppen, welche im Rahmen der Exkursionen zu Holocaust-Staetten in Osteuropa auch Terezin besuchen, behilflich zu sein, initiierte Beit Theresienstadt zusammen mit der Jugendabteilung des isr. Erziehungsministeriums die Herausgabe eines Reisefuehrers. Dieser erschien im Oktober 1999 (hebr.) unter dem Titel "Be-ikvotehem" (In ihren Spuren), das Ergebnis ausdauernder Arbeit von Chana Drori, Jehuda Huppert und Anita Tarsi vom Beit Terezin und von Jael Bernholz vom Erziehungsministerium. An Hand des Fuehrers wird man durch 28 Staetten des frueheren Ghettos Theresienstadt geleitet. Jede Staette wird durch Text, Zeugenaussagen, Illustrationen aus der Ghettozeit und gegenwaertige Fotos erklaert. Ferner gibt es da einen ausfuehrlichen Plan des Ghettos, eine historische Skizze von Ruth Bondy ueber das tschechische Judentum und Ghetto Theresienstadt, eine Daten-Tabelle der hauptsaechlichen Ereignisse zur Zeit der Nazi-Besetzung der tsch. Republik und des Protektorates Boehmen und Maehren, vom Beginn der Okkupation der Sudeten im Oktober 1938 bis November 1945, als der letzte Jude Terezin verliess. Die sehr praktische und schoene graphische Gestaltung ist von Orni Drori. Im Vorwort schreibt der stellvertretende Direktor des isr. Erziehungsministeriums und Leiter der Jugendabteilung Abraham Oded Cohen, der das Projekt von Anfang an begleitete: "…der Reisefuehrer geht den Spuren der Juden des Ghettos auf den wichtigsten Staetten des dortigen Geschehens nach…" Die beschriebenen Staetten sind Kinderheime, Altenwohnungen, die Eisenbahnlinie, das Zentralkrankenhaus, der Friedhof, die Gemuesegaerten und andere. Am 28.9.1999 organisierte das Erziehungsministerium gemeinsam mit Beit Terezin einen Studientag fuer Lehrer, die mit ihren Klassen zu solchen Exkursionen bestimmt wurden. Die Tel Aviver Abendzeitung "Maariv" brachte am 12.10.1999 einen Artikel ueber das Buechlein. Unter den vielen positiven Reaktionen zur Herausgabe des Fuehrers, die Beit Terezin erhielt, ist auch ein Brief des Oberinspektors fuer Geschichtsunterricht des isr. Erziehungsministeriums Michael Yaron, in welchem steht: "Alle Achtung! Ich habe schon lange keine so schoene, praegnante Publikation auf so hohem Niveau gesehen…" (Erhaeltlich im Beit Terezin zum Preis von NIS 50.-, bei Postsendungen auch Versandkosten) |
| Geschichte, Gedenken und Musik Beit Theresienstadt, gemeinsam mit Jeunesses Musicales in Deutschland und mit dem Regionalausschuss Emek Chefer veranstaltete im Oktober 1999 Tage Theresienstaedter Musik - einen Meisterkurs fuer Kammermusik, Klavier Solo und Gesang fuer junge Musiker aus Deutschland und Israel unter der gemeinsamen Leitung des Direktors des Schweriner Konservatoriums Volker Ahmels mit Anita Tarsi. Der erste Teil des musikalischen Treffens fand in Schwerin statt. Dies war im Gebaeude, in welchem die "Wannsee Konferenz" abgehalten wurde. Der zweite Teil war im Beit Theresienstadt im Kibbutz Givat Chajim-Ichud. Unter den Kuenstlern, die die jungen Musiker im Vorfuehren der musikalischen Werke aus Theresienstadt unterwiesen, waren Prof. Edith Kraus aus Israel, die als junge Pianistin auf dem einzigen Klavier im Ghetto gespielt hatte, Prof. Paul Kling aus Victoria, Kanada, der als Junge im Ghetto Violine spielte, ferner Prof. Konrad Richter aus Stuttgart, Prof. David Bloch von der Uni Tel Aviv und Prof. Emily Berendsen aus Tel Aviv. Ausser dem Musizieren wurden diese Tage Vortraegen ueber Ghetto Theresienstadt und der Zeugenaussage von Ruth Elias ueber das Musikleben im Ghetto und ueber ihr Schicksal im Holocaust gewidmet. Und ausserdem gab es natuerlich das Treffen der jungen Musiker aus Deutschland und Israel. Zum Abschluss des Seminars wurden 2 Konzerte gegeben - eines im "Wiener Saal" in Givat Chajim-Ichud und das zweite im "Clairemont Saal" der Musikakademie der Uni Tel Aviv. Das Repertoir beider Konzerte enthielt Werke von Komponisten aus Ghetto Theresienstadt: Pavel Haas, Viktor Ullmann, Gideon Klein und Hans Krasa, sowie auch Werke von Mozart, Mendelsohn, Brahms und anderen, die im Ghetto gespielt wurden. |
| Holocaust-Unterricht Im Rahmen des zweiten internationalen Treffens zum Thema "Holocaust-Unterricht", welches vom 10. bis zum 14. Oktober 1999 in Yad Vashem in Jerusalem stattfand, gab es viele Vortraege und Workshops, vor Allem betreffend die Lehrplaene fuer verschiedene Altersstufen. Es war eine gegenseitige Inspiration von Erziehern in diesem Bereich, aus dem Ausland und aus Israel. Beit Terezin hatte dort einen Stand, welcher unsere verschiedenen Aktivitaeten und Publikationen darstellte. Ferner wurde beim Treffen die didaktische Internet site "In Theresienstadt sein" vorgefuehrt, die wir gemeinsam mit dem Zentrum fuer Erziehungstechnologie schufen und welche sich mit der Geschichte des Ghettos befasst. Fuer Interessenten im Folgenden die Adresse: www.cet.ac.il/history/terezin |
| Schueler-Exkursionen nach Polen Im November 1999, als in Israel bekannt wurde, dass Mittelschueler aus dem Norden des Landes nach dem Besuch von Vernichtungslagern am letzten Abend in Polen Stripteaser in ihr Hotelzimmer bestellt hatten, entwickelte sich eine stuermische Debatte in den Medien, die auch die Exkursionen ueberhaupt in Frage stellte. (In diesem Rahmen fahren jaehrlich etwa 10.000 Schueler der Oberklassen zu den Gedenkstaetten, die dann haeufig am Rueckweg das ehemalige Ghetto Theresienstadt und auch Prag besuchen). Die Exkursion kostet $ 1000.- bis $ 1500.- pro Schueler und nicht alle Eltern koennen sich dies leisten. Es wurde auch die manchmal oberflaechliche Vorbereitung kritisiert. In diesem Zusammenhang bemerkt die Leiterin von Beit Theresienstadt Anita Tarsi: "Zweifellos muessen solche Exkursionen vorher gruendlich paedagogisch vorbereitet werden - nicht nur thematisch, sondern auch bezueglich des Benehmens auf solchen Fahrten. Eine der moeglichen Loesungen waere, die Delegationen kleiner zu halten und auch sowohl die Schueler als auch die Instruktoren gruendlicher vorzubereiten." |
| Fuehrer fuer den Besucher in Terezin - in deutscher Sprache Im Oktober 1999 erschien beim Verlag "Vitalis" in Prag die deutsche Uebersetzung des Reisefuehrers fuer den Besucher in Terezin, unter dem Titel "Theresienstadt - ein Wegweiser". Das Buechlein, verfasst von Chana Drori und Jehuda Huppert, wurde von Dan Weinstein aus dem Hebraeischen uebersetzt. Diese Uebersetzung soll dem deutschsprachigen, Publikum, das die Stadt Terezin in immer groesser werdenden Zahlen besucht, eine unmittelbare Veranschaulichung des Ghettolebens und ein tieferes Verstaendnis des Schicksals seiner Insassen bieten. Diese Auflage wurde vom Kibbutz Hachotrim finanziert. Der erste Teil des Fuehrers enthaelt 10 Kapitel ueber zentrale Themen des Lebens im Ghetto wie z.B. Hunger, Transporte und Kinderheime. Der zweite Teil beschreibt kurz 29 verschiedene Staetten im Ghetto, begleitet von Zeugenberichten und 50 Illustrationen. (Demnaechst auch im Beit Theresienstadt erhaeltlich). |
| Geschmacklose Karikatur Im September 1999 brachte die Zeitung "Maariv" eine Karikatur, in der ein Interviewer eine Holocaust-Ueberlebende fragt: "Ist es wahr, dass man dich im Ghetto Warschau gezwungen hat zu onanieren?" Auf die erregte Forderung von Jirka Bloch (Zichron Yaakov) hin reagierte unser Vorsitzender Eli Lawental am 18. 10. 1999 in Briefen an den isr. Erziehungsminister J. Sarid und an den Praesidenten des Ausschusses des Zeitungswesens Ch. Zadok und forderte ihre Stellungnahme. J.Sarid bezeichnete in seiner Antwort die Karikatur als erschuetternd, Ch. Zadok jedoch fand in ihr kein Vergehen gegen die Ethik - hoechstens Geschmacklosigkeit. Von "Maariv" wurde dem Ausschuss mitgeteilt, dass Leser, die sich betroffen fuehlten, sich an den Karikaturisten wandten und "von ihm eine sachliche Antwort erhielten." |
| AKTUALITAETEN |
| 60 Jahre seit den Transporten nach Nisko Im Oktober 1939, gleich nach der Eroberung Polens, gingen die ersten Transporte von Juden aus Moravska Ostrava und aus Wien nach Osten - in das Sumpfgebiet zwischen den Fluessen San und Bug, nahe Nisko. Es war scheinbar ein erster Versuch fuer das, was 2-3 Jahre danach folgte. Die Vereinigung der ehemaligen Tschechoslowaken in Israel wuerdigte das Ereignis bei der jaehrlichen Gedenkfeier, die im Juni 1999 im Wald der tschechoslowakischen Maertyrer nahe Jerusalem stattfand. Der Hauptteil dieses Treffens war dem 50sten Jubilaeum der grossen Einwanderungswelle aus der Tschechoslowakei nach Israel gewidmet. In M. Ostrava selbst war am 18.10.1999 eine Gedenkfeier fuer die Nisko Transporte. Im Namen von Beit Terezin ueberbrachte Peter Erben einen Kranz. Unter den Rednern war der tschechische Oberrabbiner Karol Sidon, der die Liquidierung einer Ghetto-artigen Schande verlangte: den Abriss der Betonmauer, den die Stadtverwaltung von Usti n/L. zwischen den Wohnvierteln der tschechischen Einwohner und der Roma errichtet hatte. |
| Auf den Spuren der Todesmaersche Vom 3. - 6. Juni 1999 wurde in Flecken - Zechlin noerdlich von Berlin ein Seminar abgehalten zum Thema der Todesmaersche aus Konzentrationslagern kurz vor Kriegsende. Es beteiligten sich Ueberlebende, Historiker, Leiter und Mitarbeiter von Museen und Gedenkstaetten in frueheren Konzentrationslagern aus Polen, Staaten der frueheren Sowjetunion, Frankreich, Oesterreich, Holland, Deutschland, Tschechien, der Slowakei und Israel. Das Programm enthielt Zeugenaussagen Ueberlebender, Vortraege ueber den historischen Hintergrund der Todesmaersche, Referate der verschiedenen Gedenkstaetten und Diskussionen ueber die Wege, den Besuchern dort Informationen zu uebermitteln. Yakov Tsur aus Kibbutz Naan studiert seit Jahren die Geschichte des Ghettos Theresienstadt und vor Allem das Schicksal der von dort nach Osten geschickten Transporte. Unter seiner Leitung gingen die Seminarteilnehmer auf den Spuren des Todesmarsches aus Sachsenhausen (an welchem er als Haeftling teilnahm) und besuchten unterwegs die vielen Gedenkstaetten, die dort errichtet wurden - darunter auch ein kleines Museum mitten in dem Wald, in welchem etwa 30.000 Haeftlinge tagelang ohne Verpflegung und ohne aerztliche Hilfe gefangen waren. |
| Retter und Gerettete Die isr. Botschafterin in Prag Erella Hadar verlieh am 22.9.1999 den Ehrentitel "Gerechter unter den Voelkern" an den 90-jaehrigen Karel Jirsa. K. Jirsa half bei der Lebensrettung von Anka Lenkavicova und ihrer Freundin Vera Kolarova, welche im Januar 1945 aus einem Todesmarsch vom Lager Christianstadt fluechteten. Dorthin waren sie im Juli 1944 aus Auschwitz gebracht worden. Die beiden suchten ein Versteck in Tschechien. Anka (jetzt Chaja Schoen, Michmoret, Israel) beteiligte sich zusammen mit ihrem Mann Efra und Enkel Dan an der Zeremonie - sie fuhren nach Prag und von dort nach Melnik, Karel Jirsa's Wohnort. Die Leiterin des Distriktmuseums in Melnik Renata Spackova schrieb in der Lokalpresse ueber die Flucht der juedischen Maedchen und ueber die Hilfe, die sie von tschechischen Buergern erhielten. Sie brachte ein detailliertes Interview mit Chaja Schoen ueber ihre gefaehrliche Flucht, zusammen mit ihrer Freundin Vera, die ihr wie eine Schwester war und im Jahre 1998 starb. Renata Spackova schlug im Namen des Melniker Distriktmuseums ein Programm "Leere Staetten" vor, das von September 2000 bis September 2001 laufen soll und in dessen Rahmen Schueler des Distrikts die Geschichte der Juden und des Holocausts lernen sollen, die juedischen Staetten der Gegend kennenlernen und bei deren Instandhaltung aktiv sein sollen. |
| Wuerdigung: Friedl Dicker-Brandeis Eine umfassende Ausstellung von Werken der Kuenstlerin Friedl Dicker-Brandeis wurde vom 26.10. bis zum 28.11.1999 mit Unterstuetzung des Wiesental Institutes in Los Angeles im Wiener Harrach Palais abgehalten. Die Ausstellung, deren Kuratorin Elena Makarova aus Jerusalem war, enthielt auch Zeichnungen, die Beit Theresienstadt geliehen hatte. Beim Verlag Christian Brandstaetter, Muenchen und Wien, erschien ein impressiver Katalog betitelt "Ein Leben fuer Kunst und Lehre". Er enthaelt nahezu 400 Zeichnungen von F. Dicker-Brandeis aus allen Epochen ihres Lebens: aus ihrer Geburtsstadt Wien, aus dem Weimarer Bauhaus, ihrem Wiener Studio, aus der Zeit ihrer Flucht nach Prag, nachdem sie wegen kommunistischer Aktivitaeten eingesperrt wurde, aus der Zeit der Ehe mit ihrem Cousin Peter Brandeis, mit welchem sie in Hronov (Tschechien) lebte, aus Ghetto Theresienstadt, wo sie mehr als 100 Kinder Zeichnen unterrichtete, auch als Beschaeftigungstherapie. Im Katalog sind auch Zeichnungen und Erinnerungen einiger ihrer Schuelerinnen, die heute in Israel leben - Lilka Bobasch (Amit), Dita Pollak (Kraus) und Eva Ehrlich (Adorian). Die Ausstellung hatte ein weites Echo in der oesterreichischen Presse, z. B. in der juedischen Monatsschrift "Illustrierte Neue Welt", die der Ausstellung im Oktober 1999 zwei Seiten widmete. Es ist dort auch ein Brief, den die Kuenstlerin am 8.8.1944 Willy Groag zum Geburtstag schrieb. Willy war damals Leiter des Maedchenheimes L-410, wo Friedl wohnte und unterrichtete. Sie schrieb ueber den Sinn des Lebens - 2 Monate bevor sie ihren Tod in Auschwitz fand. |
| Else Lasker-Schueler und Theresienstadt Das siebente jaehrliche "Else Lasker-Schueler Forum", das vom 11. - 14. November 1999 in Wuppertal und Solingen, Deutschland, stattfand, war diesmal dem Thema "Letzte Enklave der Poesie, Dichtung, Musik und Malerei in Theresienstadt" gewidmet. Die Veranstaltung war unter der Schirmherrschaft des Praesidenten Tschechiens Vaclav Havel. Es beteiligten sich Zeitzeugen wie z.B. Greta Klingsberg (Jerusalem), die im Ghetto die Rolle der Aninka in der Kinderoper "Brundibar" sang, Coco Schumann, Jazz-Spieler, der mit den "Ghetto-Swingers" war und der Autor Arnost Lustig, dessen Jugend in Terezin und in den Vernichtungslagern sich in den meisten seiner Werke wiederspiegelt. Ferner war dort Elena Makarova und ihr Mann Sergej, die ueber "Die Akademie des Ueberlebens" sprachen - die vielen hunderte von Vortraegen, die im Ghetto veranstaltet wurden. |
| Nationalsozialistische Meinungsbefragungen Zu Ehren des 70sten Geburtstages des beruehmten deutschen Historikers Eberhard Jaeckel wurde am 31.10.1999 in Yad Vashem in Jerusalem ein Studientag zum Thema "Der Nationalsozialismus und die Endloesung" abgehalten. Unter den Vortragenden war auch Otto Dov Kulka, der ueber "Die geheimen Reporte der Nazis ueber die deutsche oeffentliche Meinung als beeinflussender Faktor der Entschlussfassung betreffend die Endloesung" sprach. Wenn zu Beginn des Naziregimes die herrschende Meinung war, dass die "Judenfrage" ein fuer allemal geloest werden muesse, aenderten sich nach der Niederlage bei Stalingrad die Meinungen. Angst vor Rache nach dem Krieg und die Sorge um den Preis der Kriegsverbrechen wurde spuerbar. Prof. Kulka war als Kind im Ghetto Terezin und im Birkenauer Familienlager. |
| Juedisches Gold Vom 6. - 8. Oktober 1999 wurde in der Hradschany-Burg in Prag und in der frueheren Magdeburger Kaserne in Terezin unter der Schirmherrschaft des Praesidenten Vaclav Havel ein internationales Treffen von Wissenschaftlern unter dem Titel "Phaenomen Holocaust" abgehalten. Es befasste sich mit dem Mord von Juden und Roma in Boehmen und Maehren zur Nazizeit. Praesident Havel hielt die Eroeffnungsrede. Das Treffen war vor Allem dazu bestimmt, dem tschechischen Volk zu helfen seine Vergangenheit zur Zeit des zweiten Weltkrieges zu verkraften. Unter den Vortragenden war der in der Tschechoslowakei geborene Prof. Y. Bauer aus Jerusalem, welcher ueber die Bedeutung des Holocausts fuer die Welt heute und in Zukunft sprach. Besondere Aufmerksamkeit seitens aller Medien in Tschechien und anderen Laendern erweckte der Vortrag von Dr. Jirina Milotova, der Leiterin des Institutes "Terezinska iniciativa" ueber die sogenannte "Arisation" - d.h. die Ueberfuehrung des juedischen Besitzes in den Jahren 1939 - 1945 in "arische" Haende. Dr. Milotova ist Mitglied des besonderen staatlichen Teams, das im Sommer 1999 beauftragt wurde, die Ausmasse der Beschlagnahmung juedischen Besitzes und dessen Schicksal seit dem Krieg zu erforschen. Sie sagte, dass 614 kg Gold, 17 Tonnen Silber und Silbergeraete, 5 kg Platine und 5000 Karat Diamanten, welche die Nazis von den Juden des Protektorates beschlagnahmten, zum Teil in der Schweiz verkauft wurden und zur Finanzierung der "Endloesung" dienten. Doch ein Teil der Wertgegenstaende wurde von den Nazis in Safes der Prager Banken belassen, von wo sie nach Kriegsende von der sowjetischen Armee als Kriegsbeute nach Moskau gebracht wurden. Der volle Text des Vortrags von Dr. Milotova erschien in der November-Nummer 1999 der Publikation der juedischen Gemeinden Tschechiens "Ros Chodes". Dr. Milotova besuchte zusammen mit dem Terezin-Historiker Miroslav Karny, der auch einer der Initiatoren der "Terezinska iniciativa" war, im November 1999 Israel. Sie waren im Zionistischen Archiv, im "Lavon" Archiv und in Yad Vashem, um Material ueber das Schicksal der tsch. Juden in der Holocaust Epoche zu sammeln. Sie trafen waehrend ihres Besuches auch die Leiterin und die Mitarbeiter von Beit Terezin, um zukuenftige Zusammenarbeit der 2 Institutionen bei Treffen, Forschung und Publikationen zu besprechen. |
| Jeder Mensch hat einen Namen Am 16.9.1999 war in der Prager Pinkas-Synagoge, auf deren Waenden die Namen aller Holocaust Opfer aus Boehmen und Maehren stehen, eine Gedenkfeier "Jeder Mensch hat einen Namen". Die Zeremonie wurde von der Sendestation "Vltava" gemeinsam mit dem juedischen Museum und der juedischen Gemeinde organisiert. Jeder der Anwesenden - Praesident Havel, Schriftsteller, Politiker, Kuenstler, Botschafter und andere Persoenlichkeiten - las 10 Namen von Opfern und ihr Alter vor. In den 4 Sendestunden (von 18 bis 22 Uhr) wurden insgesamt 3100 Namen verlesen. Fuer die Namen aller 88.000 Opfer waeren 6 Tage und Naechte notwendig gewesen. |
| Um die Kindheit betrogen Vom 2. Bis zum 5. September 1999 fand in Prag eine Weltkonferenz der Organisation "The Hidden Child" (Das verborgene Kind) statt. Es beteiligten sich 760 "Holocaust-Kinder" aus Tschechien, der Slowakei, Polen, Ungarn, Belgien, Frankreich, der Schweiz, Oesterreich, Deutschland, den USA, suedamerikanischen Laendern und Israel. Im Rahmen der Konferenz gab es Vortraege und Workshops, geleitet von erfahrenen Psychotherapeutikern. Viele hatten Gelegenheit, Freunde aus dem Kindergarten, der Schule und den Ghetto-Kinderheimen zu suchen. Die tschechische Landesgruppe der Organisation publizierte eine Broschuere mit der Liste von 47 Familien, welche im Holocaust juedische Kinder retteten. Ferner sind dort auch die Holocaust- Erlebnisse von 10 Kindern aus Tschechien und der Slowakei - Wanderungen, Ghettos, Konzentrationslager. Jirina Urbanova aus Kadan in Nordboehmen erfuhr erst vor Kurzem von ihrer juedischen Herkunft: sie war 4 Jahre alt, als ihre Eltern anfangs 1943 von der Gestapo verhaftet wurden, ihr Vater wurde hingerichtet und sie selbst kam - ohne eine bekannte Seele - von einem Waisenhaus ins andere. Als sie im Herbst 1945 im Waisenhaus von Ricany zum Tor gerufen wurde und eine abgemagerte Frau ihr sagte: "Ich bin deine Mutter", schlug ihr die 6-jaehrige Jirina ins Gesicht - der Frau, die Auschwitz, Ravensbrueck und einen Todesmarsch ueberlebt hatte und nun seit Monaten ihre Tochter suchte: "Du bist nicht meine Mutter, du bist eine haessliche Greisin" |
| Voices of the Children (Der Kinder Stimmen) Ein TV Programm ueber die Kinder des Ghettos Theresienstadt, welches von der PBS im April 1998 in den USA unter diesem Titel ausgestrahlt wurde, war unter den Kandidaten des "Emmy" Preises fuer 1999, als Programm von besonderem historischen Wert. Zuzana Justmann, die als Maedchen von Juli 1943 bis zur Befreiung im Ghetto Terezin eingesperrt war, schrieb und redigierte das Programm. Die Produzenten: Jiri Jezek und Robert Kanter. |
| Zeichnungen eines Maedchens Vom 23. 10. Bis zum 13. 11. 1999 wurde im Prager Clam Gallas Palais eine Ausstellung von Zeichnungen von Helga Weissova-Hoskova gezeigt, welche diese als Maedchen im Ghetto Terezin schuf. Die bekannte Kuenstlerin nannte die Ausstellung "Zeichne was du siehst" - Worte, die ihr ihr Vater im Ghetto sagte, als sie im Dezember 1941 dorthin deportiert wurde. Die Ausstellung wurde vom Niedersaechsischen Verein zur Foerderung von Theresienstadt abgehalten - dieser unterstuetzt verschiedene kulturelle Unternehmen, die mit der Geschichte der Kleinen Festung und des Ghettos Theresienstadt verbunden sind. |
| Ehrung Der Praesident der "Project Judaica Foundation" Mark E. Talisman und der tschechische Botschafter in den USA Alexandr Vondra erteilten im Juni 1998 Michael Flack eine Anerkennungsurkunde. Er bemuehte sich sein Leben lang, mit seinen Gedichten und Prosa Menschen zu helfen, das Unerfassbare zu verstehen - den Holocaust und das Schicksal der Kinder. Michael Flack (damals Flach) war von Dezember 1941 bis Oktober 1944 im Ghetto Theresienstadt. |
| MUSIK IN THERESIENSTADT |
| Zum Andenken an die Bialystoker Kinder Im Rahmen des Treffens "Phaenomen Holocaust" war am 5.10.1999 in der Tereziner Kirche ein Konzert "Kinder-Totenlieder", zum Andenken an die Kinder vom Ghetto Bialystok, die im Sommer 1943 ins Theresienstaedter Ghetto gebracht wurden - Geruechten nach waren sie zum Austausch bestimmt und sollten in die Schweiz fahren. Sie wurden jedoch zusammen mit ihren Instruktoren in den Birkenauer Gaskammern getoetet. Unter den begleitenden Erwachsenen war auch Kafkas geliebte Schwester Otla David. Am Konzert beteiligte sich ein Kinderchor aus Polen, ein tschechischer Kinderchor und das bayrische Jugendorchester, geleitet von Martin Turnovsky. Das Programm enthielt, ausser Gustav Mahlers Werk, das dem Abend den Namen gab, auch die "Kindermesse". Die Hans Krasa Stiftung initiierte das Konzert. |
| 100 jaehriger Geburtstag von Krasa und Haas Zu Ehren des 100sten Geburtstages von H. Krasa und P. Haas, Komponisten aus Theresienstadt, die nicht ueberlebten, wurde am 17.6.1999 im Berliner Konzerthaus ein Konzert mit ihren Werken gegeben. Es spielte das Streichquartett Rimsky-Korsakow aus St. Peterburg. Das Konzert wurde von der "Musica re-animata", der Initiative Hans Krasa, dem Verein der Freunde und Foerderer der Theresienstaedter Initiative e. V. in Hamburg organisiert. Dr. Pavel Eckstein aus Prag sprach ueber Krasa und Haas. |
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| Am 29.11.1999 wurde im Saal der ehemaligen "Magdeburger" Kaserne in Terezin ein Konzert zum 100sten Geburtstag von Haas und Krasa veranstaltet - es spielte das Streichquartett Rimsky-Korsakow aus St. Peterburg. Es wurde auch die Komposition der jungen tschechischen Komponistin Sylvie Bodorova "Terezin Ghetto Requiem" gespielt, welches von der Auffuehrung von Verdis "Requiem" 1944 im Ghetto inspiriert wurde. |
| Werke von Komponisten die im Holocaust umkamen Ein Wettbewerb fuer die Ausfuehrung von Werken im Holocaust umgekommener Komponisten wurde am 26.9.1999 in Yad Vashem gemeinsam mit der Rubin-Akademie fuer Musik und Tanz abgehalten. Prof. David Bloch, der Praesident des Terezin Memorial Music Project (TMMP) war musikalischer Berater und Mitglied der Jury. Ausser ihm waren in der Jury auch Prof. Emily Berendsen, Mira Zakai, Shmuel Magen, Allan Sternfield, Ora Shiran und Edith Kraus. Das Repertoir war in 3 Kategorien geteilt - Klavier Solo, Gesang mit Klavierbegleitung und Kammermusik. Den ersten Platz erhielten Michael Zuckerman - Violine, Amir Van der Hal - Viola und Ajala Nicole Seidelman - Cello, die Werke von H. Krasa und G. Klein brachten. Den zweiten Preis erhielten Merav Barnea - Sopran und Natalie Zacharov - Klavier, welche 2 Werke von V. Ullmann gaben. Die Pianistin Viktoria Zlotkin, die Werke von Erwin Schulhof spielte, wurde lobend erwaehnt. Die Gewinner gaben am Abend im Auditorium von Yad Vashem ein Konzert. |
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| Am 7.12.1999, zu Ehren des 80sten Geburtstags von G. Klein, der im Herbst 1944 vom Ghetto Theresienstadt nach Auschwitz deportiert wurde und dort 25-jaehrig umkam, wurde ein Konzert mit den gleichen Teilnehmern im Clairemont Saal der Uni Tel Aviv gegeben. 2 weitere Werke bereicherten das Repertoir: Duo von Gideon Klein fuer Viola und Cello (seine letzte Arbeit, die er nicht beendete) und Trio fuer Klavier von Mendelsohn - das Werk mit welchem der nationalsozialistische Propagandafilm "Musterghetto" begann. Das Konzert wurde gemeinsam von der Musikologie Fakultaet der Uni Tel Aviv, Yad Vashem und TMMP organisiert. Es wurde vom isr. Radio aufgezeichnet und wird demnaechst ausgestrahlt. Die Zeitung "Haaretz" brachte eine Kritik, ferner wurden Prof. Bloch und einige der Teilnehmer vom Militaersender interviewt. Alle sagten, dass das Konzert fuer sie ein tiefes Erlebnis war und dass sie auch in Zukunft Musik der Ghetto-Komponisten forschen, studieren und spielen wollen. |
| Gideon Kleins Schwester Prof. Eliska Kleinova (Lisa Klein, wie sie unter ihren Freunden im Ghetto bekannt war), Musikologin, starb am 2.9.1999 in Prag im Alter von 87 Jahren. Seit der Befreiung widmete Lisa ihr Leben - ausser der Erziehung von Kindern zur Musikliebe - Nachforschungen, um Werke ihres Bruders zu finden. Sie tat alles dazu, sein Werk nicht in Vergessenheit geraten zu lassen und dies gelang ihr in grossem Mass. Die Publikation "Terezinska iniciativa" schrieb im November 1999, dass Lisa an der Gestaltung der Musikausstellung beteiligt war, die vor etwa 2 Jahren in der ehemaligen "Magdeburger" Kaserne in Terezin entstand. Sie gab ihre ganze Sammlung dem juedischen Museum in Prag und einige Werke von G. Klein der Gedenkstaette Terezin. |
| BUECHER |
| Forschungen ueber Terezin Das Jahrbuch fuer die Geschichte des Ghettos Theresienstadt "Theresienstaedter Studien und Dokumente", welches von "Akademia" und der "Terezinska iniciativa", redigiert von Miroslav Karny und Eva Lorencova, publiziert wird, bringt im Band 1999 eine Reihe von Forschungen ueber verschiedene Themen. Darunter sind: ein Artikel von Gila Fatran ueber eine der hervorragenden tschechischen zionistischen Persoenlichkeiten Dr. Franz Kahn, eine Arbeit von Marek Poloncarz ueber die Transporte aus Konzentrationslagern, die als todesnahe Skelette im April und Mai 1945 ins Ghetto kamen und ueber die gewagten, gefahrvollen Fluchtunternehmen von Chanan Bachrich und Jan Osers vom Ghetto Samosz, wohin sie im April 1942 aus Theresienstadt deportiert wurden. Ferner enthaelt der Band einen Artikel von Ruth Bondy ueber Heinz Prosnitz, einen Jungen, der seinen Freunden und den Freunden seiner Freunde von 1942 bis zu seinem Tod im Oktober 1944 nach Ghetto Terezin, Ghetto Lodz, das Birkenauer Familienlager und andere Konzentrationslager etwa 8 Tonnen Lebensmittel schickte, hauptsaechlich Brot. Miroslav Karny versucht in seiner Arbeit einige Fragen betreffend den 8. Maerz 1944 zu beantworten, als 3792 Haeftlinge des Birkenauer Familienlagers in einer Nacht vergast wurden. Er kommt zu der Folgerung, dass im Gegensatz zu Rudolf Vrbas Zeugenaussage das Sonderkommando keinerlei Vorbereitungen fuer einen Aufstand in dieser Nacht getroffen hatte und die dem Tode Geweihten keine Moeglichkeit hatten zu rebellieren. |
| Ueberleben und Leben Der 1922 in Prag geborene Milan Platovsky, der heute in Chile lebt, schrieb ein autobiographisches Buch "Ueberleben und Leben", es erschien 1997 in tschechischer und spanischer Sprache. Als Kind dachte er, einmal Medizin zu studieren, doch wegen der Nazi-Okkupation kam es nicht dazu. Seine Erinnerungen sind eine detaillierte Zeugenaussage ueber seine schweren Erlebnisse in verschiedenen Konzentrationslagern, beginnend mit dem Zwangs-Arbeitslager Panenske Brezany, das von Heydrich initiiert wurde, dann Terezin, Birkenau, Sachsenhausen und von dort der Todesmarsch. Er ist der einzige Ueberlebende seiner Familie. Milan Platovsky trat unserer Vereinigung bei, seine Buecher befinden sich in unserer Bibliothek. |
| Die Liquidation des Septembertransportes Der 1914 geborene Moshe (Munek) Bergmann schaffte es, seine Medizinstudien in Italien 1938 zu beenden und in seine Geburtsstadt Gorlice in Polen zurueckzukehren. Nach Kriegsausbruch, Wanderungen und misglueckten Fluchtversuchen zusammen mit seiner Freundin Pepka und seiner Familie, arbeitete Dr. Bergmann als Arzt im Ghetto Tarnow. Von dort wurde er Ende 1943 nach Auschwitz - Birkenau deportiert und war dort im Stab des Quarantaenelagers, welches neben dem Familienlager der ehemaligen Tereziner Haeftlinge war. In seinem Buch "Wie … ", seiner Zeugenaussage und Biographie (herausgegeben nach seinem Tode von seiner Witwe Paula-Pepka in Netanya, 1998) erzaehlt er ueber den Purimfeiertag 1944, als die Haeftlinge des tschechischen Lagers in das benachbarte Quarantaenelager ueberfuehrt wurden: "In meinem Block wurden etwa 30-jaehrige Maenner gebracht, anstaendig gekleidet und in guter koerperlicher Verfassung…Ich sprach mit einigen von ihnen. Sie wussten was ihnen bevorsteht und dass sie nur noch einige Stunden leben wuerden… In der Nacht kamen Lastwagen ins Lager. Mit Gewehren und Stoecken bewaffnete SS-Maenner betraten den Block… Wir alle wussten was dies bedeutet: die Liquidation der Haeftlinge. Die Tschechen begannen ein tschechisches Lied zu singen "Oh schoene, tschechische Haeuser, was geschah euch?" (So verstand Bergmann die Worte der tschechischen Nationalhymne "Wo ist mein Heim") und dann die "Hatikva". Danach begannen sie hinauszugehen. Da und dort wurden sie auch gepruegelt. Der Block leerte sich und wir, der Stab, blieben in einer Ecke, Zeugen des Geschehens". |
| Leben und Werk von Dr. Karel Fleischmann Dr. K. Fleischmann, welcher im Ghetto die Krankenhaeuser fuer Alte und Sieche leitete, war eine seltene Kombination von Arzt, Poet und Maler. Die Historikerin und Publizistin Hana Houskova aus Ceske Budejovice, Dr. Fleischmanns Heimatsort bis zu seiner Deportation ins Ghetto im April 1942, veroeffentlichte ein Buch "Ceslici casu" (Mit dem Rechen der Zeit). Es enthaelt u. A. die Lebensgeschichte von Dr. K. Fleischmann und auch Prosa und Dichtung von ihm. Das Buch erschien 1998 bei "Votobia" und wurde unserer Sammlung von Margit Silberfeld, Jerusalem, uebergeben. Dr. Fleischmanns Hinterlassenschaft mit etwa 1200 Vortraegen, Skizzen, Gedichten und Prosa- Fragmenten, auch ueber seine Arbeit als Arzt im Ghetto, befindet sich im Prager juedischen Museum. Aus den Ghettogedichten Fleischmanns, der seinen Tod im Alter von 47 Jahren im Herbst 1944 in Auschwitz fand, spricht das Mitleid mit den ungluecklichen Greisen aus Deutschland und Oesterreich, die alleine ins Ghetto gebracht wurden, ohne zu ahnen, was sie erwartete. |
| Das Leben in Bildern "Kein Tag ohne Strich" ist der Titel des Katalogs einer Ausstellung von Bildern und Skizzen von Willy Groag und seiner Familie - von Ghetto Terezin bis Kibbutz Maanit. Der schoene Katalog, redigiert von Yuval Danieli, gestaltet von Atara Ejtan, wurde im Herbst 1999 von der Galerie des Beit Moreshet in Givat Chaviva gemeinsam mit Beit Terezin herausgegeben. Ausser den Bildern von Willy und seinen Eltern Emo und Trude, enthaelt der Katalog einen Artikel von Anita Tarsi ueber Kunst in Ghetto Theresienstadt, ein Interview mit dem 1914 geborenen Willy Groag, der im Ghetto ein Maedchenheim leitete, einen Artikel ueber sein Elternhaus und Fotografien aus dem Leben der vielseitig talentierten Familie Groag. |
| Prominent Elsa Bernstein war die Tochter eines Pragers, der Dirigent und Assistent von Richard Wagner war und - zur voelligen Assimilation mit dem deutschen Volk und dessen Kultur - mit seiner Familie zum Christentum uebertrat. Sie war eine bekannte Dramaturgin unter dem Pseudonym Ernst Rosmer. Ins Ghetto Theresienstadt gelangte sie 76-jaehrig im Sommer 1942, beinahe blind, mit ihrer geliebten Schwester Gabriela, die ihr das Augenlicht ersetzte, aber kurz nach der Ankunft im Ghetto starb. Anfangs wurde Elsa unter schweren Bedingungen, wie alle anderen Alten aus dem Reich untergebracht, doch ploetzlich - laut Befehl des Ghetto-Kommandanten Siegfried Seidel - wurde sie in eines der "Prominenten-Haeuser" uebersiedelt, vielleicht weil sie die Frau des seinerzeit verehrten deutschen Dramaturgen Gerhard Hauptmann war oder vielleicht auch wegen der Beziehungen zum Hause Wagner. So ueberlebte Elsa Bernstein im Ghetto und schrieb gleich nach der Befreiung fuer ihre Familie auf einer Blinden-Schreibmaschine ihre Erlebnisse im Ghetto nieder. Erst jetzt, 1999, erschien das Buechlein bei "edition ebersbach" Dortmund, herausgegeben von der Hamburger Zentrale fuer politische Bildung, betitelt "Das Leben als Drama". Es ist ein spannendes Buch, das eine nur Wenigen bekannte Wirklichkeit beschreibt: das Leben der "Prominenten" mit seinen Schwierigkeiten, die Hilfe die sie erhielten und das Leben in der kleinen protestantischen Gemeinde im Ghetto. Elsa Bernstein starb 4 Jahre nach der Befreiung in Hamburg. |
| Eine Stadt die nicht vergass 400 Jahre hindurch lebten Juden in Ingelheim am Rhein, bis zu den Deportationen der Nazizeit, anfangs der 40-er Jahre. Im Verhaeltnis zu den Ausmassen des Holocausts: "nur" 73 Juden Ingelheims kamen um, groesstenteils ueber Ghetto Theresienstadt auf dem Weg zu ihrem Tod. Doch sie wuirden nicht vergessen. Hans-Georg Meyer und Gerd Mentgen veroeffentlichten im Jahre 1998 mit Unterstuetzung des deutsch-israelitischen Freundeskreises ein Buch von 700 Seiten ueber die Geschichte der Juden der Stadt, betitelt "Sie sind mitten unter uns". Die Arbeit am Buch dauerte 10 Jahre und es enthaelt viele Artikel, darunter ueber die typischen Berufe der Gegend wie Weinhaendler, Haendler fuer Holz fuer Faesser, Getreide und Textil sowie auch Namenslisten und Fotografien. |
| Wurzeln Als Reaktion zum ansteigenden Interesse der Kinder und Enkel von Holocaust-Ueberlebenden tschechoslowakischer Herkunft in den USA, die Spuren ihrer Familien zu ergruenden, erschien in New York eine Zeitschrift fuer die Geschichte der juedischen Familien und Gemeinden in Tschechien und der Slowakei "Phoenix". Unter den Beitraegen im ersten Band 1997 ist einer von Erich Kulka ueber seine Geburtsstadt Vsetin, einer von Paul Maerz ueber die Geschichte seiner Familie aus Uhersky Brod und ein Interview mit Nicholas Winton, Boersenmakler in London, dank dessen Initiative und Entschlossenheit 664 juedische Kinder aus der Tschechoslowakei gerettet wurden, welche bis zum Ausbruch des zweiten Weltkrieges nach England gebracht wurden. |
| Nachtraegliche Erkenntnis Fred Schwarz wurde 1923 in Wien geboren, wurde von seinen Eltern zusammen mit seinem Bruder Fritz nach Holland geschickt, war beinahe 2 Jahre im Lager Westerbork und wurde erst mit den letzten Haeftlingen, zusammen mit seiner Freundin Carry, im September 1944 nach Theresienstadt deportiert. In seinem Buch "Zuege auf falschem Gleis", welches zuerst auf hollaendisch und dann in deutsch (Der Apfel Verlag, Wien 1998) erschien, beschreibt Schwarz die 3 Wochen im Ghetto mit vielen Einzelheiten, mit dem scharfen Auge eines "Besuchers von draussen". Sogar etwas ganz Unglaubliches gelang ihm: er erhielt eine Erlaubnis, im Basin der Badeanstalt zu schwimmen. Doch das Gute ging schnell vorbei: im Oktober 1944 wurde er mit seinem Bruder Fritz nach Auschwitz deportiert. Leo, der Sohn eines bekannten Juweliers aus Westerbork, bat auf der Rampe um die Erlaubnis, seinen Vater "nach links" zu begleiten. "Warum nicht" lachte der SS-Offizier. Fred und Fritz waren unter denen, die nach rechts gingen - und ueberlebten. |
| Mit der Kamera Dov Barnea (1916 - 1998) war seit seiner Jugend in Uhersky Brod bis zu seinem Tod in Omer bei Beer Sheva ein begeisterter Fotograf. Die Kamera gab ihm die Moeglichkeit Poesie, Humor und Menschenliebe auszudruecken und so ist es nur natuerlich, dass seine Familie im Sommer 1999 in memoriam nicht eine geschriebene Broschuere, sondern ein Album von 15 seiner Fotografien herausgab. Sie spiegeln das weite Spektrum seiner Interessengebiete wieder: Neueinwanderer im Negev, Beduinen, Voegel, Blumen, Landschaften. Dov (unter seinen Freunden Honza) leitete im Ghetto Terezin den Arbeitseinsatz fuer Jugend, war im Birkenauer Familienlager Erzieher im Kinderblock und widmete auch sein weiteres Leben dem Erziehungswesen. |
| Die Autobiographie von Ruth Elias die bisher deutsch, iwrith und tschechisch erschien, kam 1999 in englischer Ueberaetzung unter dem Titel "Triumph of Hope" heraus. (John Willy & Sons, New York, mit dem Holocaust Museum in Washington). |
| Ruth Bondys autobiographisches Buch das bisher hebraeisch unter dem Titel "Schwarim schlemim" (Ganze Bruchstuecke) herausgekommen war, erschien im September 1999 in deutscher Uebersetzung unter dem Titel "Mehr Glueck als Verstand". (Bleicher Verlag, Gerlingen). Erhaeltlich in Beit Terezin - NIS 85.- |
| IM SPIEGEL DER PRESSE |
| Erzieher mit Leib und Seele Die "Neue Zuercher Zeitung" brachte am 11.8.1999 eine ausfuehrliche Arbeit der Wiener Historikerin Gabriele Anderl ueber die SS-Lager Doppl und Sandhof in Oesterreich in welchen junge juedische Maenner arbeiteten. Aehnlich wie beim Lager Lipa im Protektorat betrachtete anfangs die Chalutz-Bewegung in Oesterreich in ihrer Naivitaet die Lager als Vorbereitungskurse zur Emigration nach Palaestina. Tatsaechlich wurden Gruppen zionistischer Jugend laut Befehlen der SS dorthin gesandt und arbeiteten dort am Bau, in der Landwirtschaft, beim Strassenbau und anderen Arbeiten. Der Instruktor der Jugendalijah Aaron Menczer wurde, zusammen mit seinen Zoeglingen, zweimal ins Doppl-Gut mobilisiert, das zweite Mal bis September 1942, als er ins Ghetto Theresienstadt deportiert wurde. Dort meldete er sich dann freiwillig als Begleiter der Kinder aus dem Bialystoker Ghetto, die im Herbst 1943 nach Theresienstadt kamen. Zusammen mit ihnen fand er seinen Tod in der Auschwitzer Gaskammer. |
| Russel blickt zurueck In der Jerusalemer "Cinemathek" wurde am 22.11.1999 der unglaubliche Film gezeigt, welcher das Interview von Claude Lanzmann im Rahmen der Vorbereitungen fuer seinen monumentalen Film "Shoah" mit Dr. Maurice Russel aufnahm. Dr. Russel leitete die Delegation des Internationalen Roten Kreuzes welche im Juni 1944 Ghetto Theresienstadt besuchte. Im Interview, das 1979 stattfand, wiederholt Russel seine Ansicht, dass Ghetto Theresienstadt ein Ort fuer Prominente war und dass er auch nun seinen Report unterschreiben wuerde - in welchem Ghetto Theresienstadt als eine Stadt wie jede andere beschrieben wird. Anlaesslich der Vorfuehrung des Interviews im Holocaust Museum in Washington im Juni 1999 brachte die "New York Times" ein Interview mit Lanzmann, welcher sagte, dass Russel nicht durch die Umstaende irregefuehrt wurde, sondern durch sich selbst. |
| Bilder aus dem Ghetto Unter dem Titel "Letzter Flamenco" bringt No 14 der Publikation von Yad Vashem im Sommer 1999 die Geschichte von Katharina Franken-Van den Bergh der im Lager Westerbork in Holland im Mai 1943 ein Sohn - Clarins - geboren wurde. Sein Vater Jaques Franken sah ihn nur einmal bevor er in den Osten transportiert wurde (wie nach dem Krieg klar wurde - ins Vernichtungslager Sobibor). Die schoene Katharina beteiligte sich an einem Unterhaltungsprogramm fuer die Lager-Haeftlinge. Dort sah Adolf Eichmann wie sie tanzte und versprach ihr, sie mit ihrem kleinen Sohn ins Ghetto Theresienstadt zu schicken, was auch geschah. Im Ghetto erweckte die junge, schoene Frau das Interesse der Malerin Charlota Borsova, welche sie als Flamenco-Taenzerin malte. Katherina diente ihr auch als Modell fuer ein Bild von Madame Butterfly, welches Borsova auf Bestellung des Lagerkommandanten Siegfried Seidel malte, welcher es in seinem Arbeitszimmer aufhaengte. Katharina Van den Bergh, jetzt ueber 80 Jahre alt, die in Amsterdam lebt, uebergab das Flamenco-Bild zusammen mit einem Portraet des kleinen Clarins (der nun Grossvater ist), das auch im Ghetto gemalt wurde, der Sammlung von Yad Vashem. |
| Roma-Bilder aus Auschwitz das bisher hebraeisch unter dem Titel "Schwarim schlemim" (Ganze Bruchstuecke) herausgekommen war, erschien im September 1999 in deutscher Uebersetzung unter dem Titel "Mehr Glueck als Verstand". (Bleicher Verlag, Gerlingen). Erhaeltlich in Beit Terezin - NIS 85.- |
| Ruth Bondys autobiographisches Buch Dinah Gottlieb war 21 Jahre alt als sie die Waende des Kinderblocks im Birkenauer Familienlager mit Bildern aus Walt Disneys Film "Schneewittchen und die sieben Zwerge" bemalte - fuer eine Auffuehrung der Kinder des Blockes im Winter 1943. Dr. Mengele, der auch den Kinderblock befehligte, bemerkte die Bilder und befahl Dinah, Portraets von Romas zu malen, die auch nach Auschwitz deportiert wurden und dort Mengele seinen "wissenschaftlichen" Forschungen dienten. Sieben Roma-Portraets von Dinah Gottlieb wurden von einem Bewohner der Stadt Oswiecim (Auschwitz) dem lokalen Museum verkauft. Tom Segev schrieb in der Zeitung "Haaretz" am 3.9.1999, dass Dinah Gottlieb (jetzt Babbitt), die in Santa Clara, Kalifornien, lebt, die Bilder als ihr Eigentum betrachtet und vom Oswiecimer Museum verlangt, sie ihr zu uebergeben. Das Museum und Vertreter der Roma behaupten, dass die Bilder in der Gedenkstaette des Leidens der Roma sein sollen, doch Dinah Babbitt und ihre Familie teilen diese Ansicht nicht. Sie wandten sich an amerikanische Kongressabgeordnete und auch an den Praesidenten Clinton. Wie Dinahs Tochter, die TV Produzentin ist, sagte: "Meine Mutter, die jetzt 76 Jahre alt ist, braucht die Bilder, um einen Kreis zu schliessen". |
| Tom Stoppard enthuellt seine Vergangenheit Die Mutter des bekannten englischen Dramaturgen Tom Stoppard und seines Bruders Peter erzaehlte ihnen Jahrzehnte hindurch nichts ueber ihre Vergangenheit. Erst jetzt wurde die Geschichte der Familie niedergeschrieben und in der Zeitschrift "talk" veroeffentlicht, am 19.9.1999 erschien auch eine hebraeische Uebersetzung im "Haaretz". Es stellt sich heraus, dass Tom Stoppard 1937 als Tommy Straussler in Zlin zur Welt kam, der maehrischen "Stadt der Schuhe", die Tomas Bata errichtet hatte. Tommys Vater Otto war dort Arzt im Betriebskrankenhaus. Bata rettete alle seine juedischen Angestellten, meistens Aerzte, indem er sie im letzten Moment vor der deutschen Besetzung in Betriebe und Zweigstellen seiner Firma auf der ganzen Welt versetzte. Die Familie gelangte nach Singapur, doch vor der japanischen Besetzung wurden die Mutter Marta, geb. Beck und die 2 Soehne nach Australien geschickt und von dort nach Indien. Der Vater haette ihnen nachkommen sollen, doch das Schiff auf dem er fuhr wurde von den Japanern versenkt. Die Mutter heiratete wieder, einen englischen Offizier, der sie mit den Kindern nach England brachte und ihnen seinen Namen gab. Die Vergangenheit war ausradiert, abgeschlossen. Erst nach dem Tode der Mutter in 1996 entschloss sich Tom Stoppard, sich seiner Vergangenheit zu stellen. Er erfuhr Einzelheiten ueber das Schicksal seines Grossvaters, der Grossmuetter, Onkeln und Tanten, die alle ueber Ghetto Theresienstadt in ihren Tod fuhren. Er besuchte Tschechien, doch - wie er schreibt - seine wahre Heimat ist und bleibt die englische Sprache. |
| Ghettobibliothek Ins Ghetto Theresienstadt gelangten 250.000 Buecher aus dem Besitz der liquidierten juedischen Gemeinden und Institutionen im Protektorat und in Deutschland und auch aus dem Privatbesitz von Juden, die deportiert wurden. Anfangs wurden die Buecher in Synagogen und Magazinen in Prag und anderen Staedten konzentriert. Die Eigentumszeichen wurden aus ihnen entfernt und die in den Augen der Nazis weniger wertvollen, vor Allem mit juedischen Themen, wurden ins Ghetto gebracht. Laut der Publikation des Prager juedischen Museums "Newsletter" No 3, 1999, wurden etwa 100.000 Buecher, meist aus der juedischen Bibliothek in den Ghettowaellen, nach der Befreiung dem Prager juedischen Museum uebergeben. Der Rest ging verloren oder konnte aus Hygiene-Gruenden nicht benutzt werden. Die Nazis konzentrierten etwa 800.000 der juedischen Buecher in einigen Burgen im Protektorat, von denen ein Teil nach dem Krieg ins Prager Museum gelangte. Dieses uebergab 40.000 davon der Jerusalemer Nationalbibliothek. |
| Israel in den Augen eines tschechischen Geistlichen Der Pfarrer der hussitischen Kirche in Trebic, Maehren, Jan Schwarz, dessen Gebetshaus sich im Gebaeude der ehemaligen juedischen Synagoge befindet, schrieb nach Rueckkehr von einem Besuch in Israel eine Serie von Artikeln. Diese erschienen im Herbst 1999 in 32 Fortsetzungen in der maehrischen Zeitung "Rovnost". 4 davon sind Beit Terezin und Kibbutz Givat Chajim-Ichud gewidmet. Die Artikel, besonders ueber sein Zusammentreffen mit ehemaligen Tschechoslowaken und Neueinwanderern aus Russland, sind von Waerme und positiver Einstellung zum Judentum, Juden und Israelis durchdrungen. Und dies trotzdem, dass ihn am Tel Aviver Strand sein Rucksack mit seinem ganzen Besitz gestohlen wurde. |
| Ein kleines Kind im Gefaengnis Die Publikation der Gedenkstaette Terezin "Terezinske listy" bringt in No 27, 1999, Teile aus dem Tagebuch Miroslav Kuglers, eines Einwohners der Stadt Terezin, der von 1939 bis 1942 praegnant die Geschichte seiner Stadt notierte. Demnach wussten die tschechischen Einwohner Terezins schon anfangs November 1941 aus Geruechten, dass sie die Stadt verlassen muessten, um Platz fuer die Juden zu machen, die dort konzentriert werden sollten. Sie waren dann auch Zeugen der Transporte die "irgendwohin" aus dem Ghetto abgingen. Ferner sind dort auch die Memoiren von Marie Polakova, die in der Tereziner Kleinen Festung verhaftet war. Sie schreibt ueber Tomas Fritta, ein kleines Kind im Frauenlager, Sohn des bekannten Malers Bedrich Fritta. "Seinen Vater haben sie nach Auschwitz genommen, seine Mutter wurde verrueckt und starb, um das Kind kuemmerte sich die Frau des Malers Leo Haas, Erna … Tomicek war ein freundliches und intelligentes Kind, das ganze Lager hatte ihn gern. Ich erinnere mich auch heute an den kleinen Tommy, wie er im vergitterten Fenster sitzt, seine kleinen Fuesschen aussen baumelnd, gluecklich der Sonne entgegenlaechelnd, weil sie ihn so schoen bestrahlt". Die weiblichen Haeftlinge pflegten fuer ihn Puppen aus Fetzen und Stroh zu naehen und sie ihm durch die Gitter zu werfen. "Tomicek jubelt und klatscht in die Haende und ruft: 'ich hab so viele gute Tanten' ! ". |
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| Die Zeitschrift der juedischen Gemeinden Tschechiens "Ros Chodes" bringt in ihrer Septembernummer 1999 ein Interview mit dem heute 58-jaehrigen Tommy Fritta. Ein Buechlein mit Zeichnungen, die sein Vater Bedrich zu seinem dritten Geburtstag 1944 im Ghetto Terezin malte, erschien 1998 in tschechischer Sprache. Tommy Fritta, der den Ausweis des juengsten politischen Gefangenen im Protektorat hat, erzaehlt in dem Buechlen, dass er sich an nichts aus seinen ersten Jahren im Ghetto und in der Kleinen Festung erinnert. Auch der "Haaretz" vom 2.7.1999 bringt ein Interview mit ihm, anlaesslich der Herausgabe von 2 Auflagen des Buches in Hebraeisch, durch Yad Vashem. Fritta erzaehlt im Interview ueber seine Reisen durch Tschechien, Israel und Deutschland und ueber seine Sehnsucht nach Prag, wo er nun meistens lebt. |
| "Liebe Esther" Der in Moenchen-Gladbach gebuertige Richard Yaakov Schlesinger fuhr zur landwirtschaftlichen Ausbildung nach Daenemark, emigrierte kurz vor Ausbruch des zweiten Weltkrieges nach dem damaligen Palaestina und wurde Mirglied von Kibbutz Daphna. Seine Schwester Hanni wurde zur landwirtschaftlichen Ausbildung nach Schweden geschickt und lebte dort bis zu ihrer Emigration ins damalige Palaestina in 1947. Ihre Eltern Alfred und Alice Schlesinger blieben dort und wurden im Juli 1942 ins Ghetto Theresienstadt deportiert, wo der kranke Alfred nach einigen Wochen starb. Auch alle anderen Verwandten der Eltern kamen ums Leben, doch Alice ueberlebte in Terezin - trotz der schweren Krankheiten an denen sie dort litt. Die Briefe Yaakov Schlesingers, der 1998 starb, an seine junge Frau Esther - die er als Soldat der juedischen Brigade in den Jahren 1945/46 schrieb - wurden nun von der Familie und Kibbutz Daphna unter dem Titel "Shalom lach jekirati" (Shalom, meine teuere) herausgegeben. In einem Brief vom Januar 1946 beschreibt Yaakov das Wiedersehen mit seiner Mutter nach 9 Jahren im DP-Lager Degendorf in Deutschland und ihre Leidensgeschichte. |
| In memoriam Honza Schimmerling Das Organ der Aktion Suehnezeichen-Friedensdienst "Zeichen" bringt in der Juninummer 1999 einen Artikel zum Andenken an Hanus Schimmerling, der im April 1999 in Prag starb. Schimmerling war einer der Gruender der "Terezinska iniciativa", unserer Schwesterorganisation in Tschechien. In seiner Jugend war er Mitglied des "Hashomer Hatzair", im Ghetto Terezin arbeitete er in der Landwirtschaft - nach der Befreiung wurde er Agronom. Der Autor Friedmann Bringt erwaehnt die Aufgeschlossenheit Honzas gegenueber Jugendlichen aus Deutschland, die freiwillig in der Tschechoslowakei arbeiteten. Er war ihnen Stuetze, Lehrer und spannender Gespraechspartner, der die Verbindung mit ihnen auch waehrend der schweren Jahre des kommunistischen Regimes aufrecht erhielt. |
| Eisenbahnfahrt Am Holocausttag 1999 war in Yonkers im Staat New York, USA, ein besonderes Programm von Interviews mit Holocaust-Ueberlebenden. Von diesen brachte "The Jewish Weekly" am 17. August u. A. ein Gespraech mit Dr. Eric Nash, gebuertig in der Tschechoslowakei, der 1942 mit seiner hochschwangeren Frau, seiner Mutter und Schwester ins Ghetto Terezin deportiert wurde. Im Ghetto wurde der Sohn Misha geboren. Nash's Arbeit als Arzt schuetzte die Familie vor Transporten nach Osten bis zum Herbst 1944. Nash erzaehlt, dass der 2-jaehrige Misha die Eisenbahnfahrt von Terezin nach Birkenau sehr genoss - die erste und letzte seines Lebens. Nash ueberlebte die fuerchterlichen Bedingungen des Lagers Kaufering, emigrierte 1946 in die USA, gruendete eine neue Familie und hielt sein Geluebde: das Geschehene zu erzaehlen, trotz dem damit bis heute verbundenen Schmerz. |
| Waisenkinder in Terezin In No 14, 1999, der "Dachauer Hefte" berichtet Thomas Rahe in einer Arbeit "Juedische Waisenkinder in Bergen-Belsen" ueber eine Gruppe juedischer Kinder, welche im Sommer 1943 hingebracht wurden. Laut dem Befehl der SS sollten sie als Geiseln fuer den Fall eines Austausches dienen, manche weil ihre Vaeter franzoesische Kriegsgefangene in Deutschland waren, andere welche Verwandte im Westen hatten. Eine Gruppe der Waisen war eigentlich fuer Ghetto Theresienstadt bestimmt, gelangte jedoch nach Bergen Belsen. Ausser 20 von ihnen wurde die Gruppe im Januar 1944 ins Ghetto Terezin gebracht und dann im Mai 1944 zu ihrem Tode nach Auschwitz. Im September 1944 kam der letzte Transport aus dem hollaendischen Lager Westerbork nach Bergen Belsen. In diesem war auch eine Gruppe von 50 Kleinkindern, die als "anonyme" bezeichnet wurden - sie trugen am Hals ein Schildchen mit Geburtsdatum und wahrscheinlichem Rufnamen. Nach 2 Monaten wurden sie ins Ghetto Theresienstadt gebracht, wo ihre unbekannte (vielleicht nichtjuedische) Herkunft sie vor Transporten schuetzte - beinahe alle ueberlebten. |
| IN UNSEREM ARCHIV ERHALTEN |
| Ein winziges Heftchen selbstgemacht, mit Zeichnungen eines Maedchens und dem tschechischen Wunsch: "Dem lieben Onkel mit Glueckwuenschen " und der Aufschrift "Terezin 1943" wurde vom Kantor der Synagoge in Detmold, Deutschland, Prof. Matthias Kellig uebergeben, der es im Oktober 1999 Beit Theresienstadt weitergab. Das einzige bekannte Detail ueber den Ursprung des Heftchens ist, dass die Grosseltern des Kantors es aus Ghetto Theresienstadt brachten. |
| Abschiedsklaenge Der 1922 geborene Heinz Alt wurde als Sohn einer Mischehe erst im Juni 1943 aus Ostrava nach Terezin deportiert und von dort im September 1944 nach Auschwitz. Er starb am 6.1.1945 in Dachau. Heinz pflegte zu komponieren, doch davon blieb nur ein aus einem Notenheft herausgerissener Zettel uebrig, auf welchem das Fragment einer Melodie und die deutschen Worte stehen: "Der lieben Trude zum Abschied gewidmet 1.1943". Trude Mayer aus Ostrava, der die Abschiedsklaenge gewidmet waren gab den Originalzettel im August 1999 dem Jugendfreund von Heinz, Peter Erben (Ashkalon) und dieser uebergab ihn unserem Archiv. |
| Schicksalsschwere Entscheidung Alfred Selbiger, geb. 1914, war der Leiter einer Jugendgruppe in Berlin, Mitglied der Jugendbewegung "Makabi Hatzair" und Ende der 30er Jahre Sekretaer des "Hechalutz" in Deutschland. Nachdem Ende 1940 die Emigrationsaussichten wegen der Aufloesung der zionistischen Bewegung immer geringer wurden, standen vor den Mitgliedern der "Hechalutz"-Leitung zwei Moeglichkeiten: die Reste der Bewegung aufzuloesen und nach dem damaligen Palaestina auszuwandern, um von aussen zu helfen - oder mit den anderen zu bleiben. Alfred Selbiger blieb. Er weigerte sich den Nazis zu helfen, Transportlisten von frueheren Ausbildungszentren, die zu Arbeitslagern wurden, zusammenzustellen, wurde eingesperrt und im Dezember 1942 im Konzentrationslager Sachsenhausen erschossen. Alfred Selbigers Lebensgeschichte, niedergeschrieben 1943 von Erich (Efraim) Frank aus Kibbutz Givat Chajim ist unter Dokumenten, die unser Archiv von Chana Frank aus Kibbutz Givat Chajim-Ichud erhielt. |
| Widerstandsbewegung in Bereitschaft Dr. Karel Syka schrieb am 17.3.1946, nach seiner Rueckkehr aus den Lagern, in einem Brief an Wally, die Frau oder Schwester seines Freundes Fredy (Zuname unbekannt), welcher nicht ueberlebte, Einzelheiten ueber die Taetigkeit der Widerstandsbewegung im Ghetto Terezin, welcher Fredy und er angehoerten. Es begann Ende 1942, die Mitglieder waren hauptsaechlcih vormalige Offiziere der tschechischen Armee, die im Ghetto bei der Transportabteilung und bei der Ghettowache arbeiteten. Den Mobilisierungsausschuss leitete Karel Neumann, der Chef der gesamten Widerstandsbewegung war Karel Syka nur als Pavel bekannt. Laut Syka hatte die Widerstandsbewegung Kontakte mit Prag, besass Waffen ausserhalb der Ghettomauern, hatte Vertrauensleute unter den tschechischen Gendarmen und bereitete einen Plan fuer bewaffnete Revolte vor, der die Kleine Festung einschloss. Das Signal zur Aktion sollte von aussen oder von der Befehlsstelle im Ghetto kommen, wenn sich zeigen wuerde, dass die SS mit Toetungen beginnen wollte. Das Signal kam nicht und die meisten Mitglieder des Widerstandes wurden nach Auschwitz deportiert. Unser Archiv erhielt eine Kopie des Briefes von Daniela Rasilevsky aus Ramat Gan. |
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| Daniela Rasilevsky gab uns auch eine farbige Kopie des Portraets von Gertrud (Gerta) Gruen, das im Ghetto Terezin zum Geburtstag ihrer Mutter Bertha gemalt wurde, die am 20.4.1890 geboren wurde und im Ghetto ueberlebte. Die Tochter Gerta, dem Portraet nach mit hellen Haaren, blauaeugig und laechelnd, starb im Ghetto Terezin an Typhus am 10.5.1945. |
| Erinnerungen aus Auschwitz Halina Birenbaum aus Herzlia uebergab unserem Archiv 2 Broschueren "Pro Memoria", Organ des staatlichen Musums in Auschwitz (englisch) von 1997 und 1998. Sie sind dem 50jaehrigen Bestehen des Museums gewidmet. Offensichtlich wurde im Jahre 1993 eine Organisation zur Erhaltung des Auschwitzer Kinderblocks gegruendet - doch vom Kinderblock des Birkenauer Familienlagers steht heute nur mehr der Schornstein. Ein Artikel von H. Birenbaum, die als Maedchen im Ghetto Warschau, Maidanek, Auschwitz und Ravensbrueck war, betitelt "Among Women on the Edge of Death" (Unter Frauen am Rande des Todes) erschien in Broschuere No 6, die wir ebenfalls von der Autorin erhielten. |
| Im Beitrag "Schicksal eines Glueckspilzes" In unserer letzten Nummer vom August 1999 berichteten wir ueber das Leben von Franta Kraus aus Prag. Wir schrieben u. A., dass er das ihm gebuehrende "Machal"- Abzeichen zum 50sten Jahrestag Israels nicht erhielt. Jetzt erhielten wir von Franta Kraus Kopien von Briefen, die er im August 1999 erhielt, welchen die Medaille der Kaempfer fuer den Staat und das Abzeichen des Unabhaengigkeitskrieges beigelegt waren, die ihm vom isr. Staatspraesidenten verliehen wurden. Ferner erhielten wir verschiedene Dokumente aus F. Kraus's Leben, darunter auch von seinem Prozess beim obersten Militaergericht in Prag vom Jahre 1953, als er zu 22 Jahren Gefaengnis fuer "Spionage fuer Israel" verurteilt wurde, die dann spaeter zu 10 Jahren reduziert wurden. |
| Efra Schoen aus Michmoret gab uns eine Originalpostkarte, die von einer entfernten Verwandten von ihm, der 1882 geborenen Kaethe Pollak im August 1944 an ihre Schwester in Wien gesandt wurde. Sie dankt darin fuer die von ihr erhaltenen Lebensmittelpakete und besonders fuer das Gebaeck aus Kartoffeln und Zwiebeln. Kaethe Pollak wurde im Oktober 1944 nach Auschwitz deportiert und ueberlebte nicht. |
| Dr. Moshe Yegar der fruehere isr. Botschafter in Prag sandte unserem Archiv 3 Serien von Fotos, die in der Gedenkstaette Terezin fotografiert wurden. Das erste Mal beteiligte sich Dr. Yegar an einer Gedenkfeier in Terezin im Jahre 1950 als er Sekretaer der isr. Botschaft in Rumaenien war - in einem der Bilder sieht man den damaligen tschechoslowakischen Oberrabbiner Richard Feder, selbst Ueberlebender des Ghettos, wie er die Hauptansprache haelt. Im September 1993, gleich nach seinem Antritt, fuhr der neue Botschafter mit seiner Gattin Dvora und Mitgliedern der Botschaft nach Terezin, wo sie einen Kranz am Ghettofriedhof legten. |
| Rachel Caro aus Kibbutz Geva uebergab unserem Archiv Kopien von Dokumenten ihrer Eltern Ernst Reiser und Erna geb. Blum, sowie auch ihrer Grosseltern Salomon und Ada Blum, die ins Ghetto Terezin deportiert wurden und im Holocaust umkamen. |
| Siva Stanger aus Kibbutz Kfar Masaryk sandte uns Kopien der Kennkarten ihres Vaters Schlojme Salman Stanger, geb. 1881, ausgestellt von der Wiener Polizei und mit einem "J" - Stempel versehen. Wir erhielten auch eine Bestaetigung von der Ghettoverwaltung, unterschrieben von Dr. Fleischmann, laut welcher Sch. Stanger als Schwerarbeiter bei der Pflege von Kriegsinvaliden anerkannt wurde. |
| UEBERSETZUNGEN |
| Shimon Weissbecker entschloss sich nach seiner Pensionierung vor 7 Jahren, sich Beit Theresienstadt zur Verfuegung zu stellen, obwohl er nicht im Ghetto war. Was bewog ihn dazu? Shimon wurde von seinen Eltern rechtzeitig mit einem Kindertransport nach dem damaligen Palaestina geschickt, sie jedoch wurden im Juli 1942 ins Ghetto Terezin deportiert. Der Vater starb dort nach 3 Wochen, die Mutter wurde im Herbst 1944 nach Auschwitz verschickt und ueberlebte nicht. Aus dem Willen heraus, den kommenden Generationen weiterzugeben was im Holocaust geschah, begann Shimon an der Uebersetzung von Dokumenten und Zeugenschaften aus unserem Archiv vom Deutschen ins Hebraeische zu arbeiten. Vor Kurzem beendigte er die aeusserst umfangreiche Arbeit der Uebersetzung des Buches "Theresienstadt 1941 - 1945" von H. G. Adler. "Nicht immer teilte ich die Ansichten des Verfassers, manchmal kaempfte ich auch mit seiner besonderen Sprache, in der er seinen Ansichten Ausdruck gab und nicht nur den Tatsachen. Doch das Buch ist in meinen Augen ein aeusserst umfassendes Unternehmen, das Licht auf diese dunkle Epoche wirft." |
| Die Erinnerungen Ab Caransas ueber seine Zeit im Ghetto unter dem Titel "Schizofrenie in Steen" ("Schizophrenie in Stein") wurden nun von Hans und Noga Reines aus dem Hollaendischen ins Hebraeische uebersetzt. Caransa kam im April 1944 16-jaehrig mit seinen Eltern aus dem Lager Westerbork nach Theresienstadt. Die Schizophrenie die den Memoiren ihren Titel gab, sind der Gestank, der Hunger, das Menschengedraenge, die um Suppe bettelnden Alten, die Angst vor Transporten einerseits - und die Vortraege, Konzerte und Vorfuehrungen andererseits. Ab Caransa beschreibt die Schwierigkeit der hollaendischen Juden sich anzupassen (4500 Juden aus Holland, die sich als geschuetzt betrachteten, kamen ins Ghetto), Kommunikationsschwierigkeiten der Sprache wegen, Spannungen zwischen den "echten" Hollaendern und den "neuen", urspruenglich aus Deutschland gekommenen, die nach Hitlers Machtuebernehme in Holland Zuflucht fanden. Er beschreibt mit viel Einzelheiten die "Verschoenerungsaktion" vor der Ankunft der "Roten Kreuz" Delegation, als er beim Tuenchen von Haeusern beschaeftigt wurde. Er schreibt auch ueber die unglueckliche Rolle des hollaendischen Malers Jo Spier, der als quasi Verbindungsmann der deutschen Kommandatur gegenueber den hollaendischen Juden diente. Ab Caransa wurde mit seinem Vater im Herbst 1944 nach Birkenau und von dort ins Lager Gleiwitz in Suedpolen deportiert, die Mutter blieb in Theresienstadt. Alle drei ueberlebten. Von den 3100 Juden Hollands, die von Theresienstadt nach Birkenau kamen, ueberlebten etwa 200. Ab Caransa ist mit Beit Terezin seit Anfang verbunden und hat jetzt die Gruendung einer Vereinigung von Freunden des Hauses in Holland initiiert, welche neue Projekte verwirklichen soll. Sie soll demnaechst in Holland offiziell eingetragen werden. |
| Alisa Scheck die seit vielen Jahren freiwillig in Beit Terezin arbeitet und die Kuratorin unserer Kunstsammlung ist, beendete die Uebersetzung der Kinderzeitung "Vedem", die in den Jahren 1942 - 1944 im Ghetto Terezin geschrieben wurde, aus dem Tschechischen ins Englische. Es sind rund 800 Seiten. (Vedem bedeutet: wir fuehren). |
| Ruth Bobek arbeitet 2 Tage woechentlich freiwillig in Beit Terezin an Uebersetzungen aus dem Tschechischen ins Hebraeische. Dieser Tage beendete sie die Uebersetzung von "Bonako", der einzigen Zeitung vom Ghetto Theresienstadt, die von Maedchen geschrieben wurde. Der Titel simd die Anfangsbuchstaben des tschechischen "bordel na koleckach" (Slang fuer: riesige Unordnung). |
| Die Geschichte der juedischen Schule in Maehrisch Ostrau (1863 - 1938), ueber die wir in unserer vorigen Nummer referierten, wurde nun von Dr. Chana Adar aus dem Deutschen ins Hebraeische uebersetzt und von Zippora Nir redigiert. Unser Archiv erhielt eine Kopie der Uebersetzung. |
| Forschungsarbeiten Chava Ben-Zur aus Modiin schrieb in einem Kurs fuer Museumstradition im Rahmen der "Yozmot" Hochschule eine Arbeit ueber Beit Theresienstadt. Sie untersuchte verschiedene Aspekte der Aktivitaeten des Hauses. Ihre Folgerung: die Ziele der Gruender als Grundlage nehmend, gelingt es Beit Theresienstadt sehr gut, dem Publikum authentische Ghettoexponate zu bieten unter Wahrung des Gedenkens an das Ghetto. Ueberdies ist da auch die Nutzung moderner Massenkommunikation wie z. B. der newsletter und die Web-site. Ausser dem Lob fuegte die Autorin auch Empfehlungen bei, wie die Lehrplaene intensiver an die Leitungen der Mittelschulen vermarktet werden koennten, ferner computerisierte Katalogisierung des Archivs und auch die Vorbereitung von einem Programm zum Selbststudium fuer Besucher des Gedenksaales, welche nicht mit einer gefuehrten Gruppe kommen. |
| "Es ist noch immer mit mir…" (hebraeisch) betitelte Mor Efraim ihre Abschlussarbeit der 9ten Mittelschulklasse. Sie verfolgt in ihrer Arbeit die Lebensgeschichte von Michal Efrat seit ihrer Zeit im Ghetto Theresienstadt, ueber die Befreiung und bis zu ihren ersten Schritten in Israel, im Kibbutz Givat Chajim-Meuchad. |
| Bis der Tod uns scheidet … Der 1913 geborene Ernst Bobby Pick kam im November 1941 mit dem Transport AK (Aufbaukommando) nach Theresienstadt und arbeitete dort beim Kartoffeltransport. Er heiratete im Ghetto Vera geb. Schlesinger. Im Herbst 1944 wurden die beiden mit verschiedenen Transporten nach Auschwitz deportiert, kamen durch die Selektion und ueberlebten. Seit damals blieben sie zusammen, bis zum Tode von Bobby Pick im Alter von 86 Jahren am 21.9.1999 in Gedera, wo ihr Haus steht. |
| Zum Andenken an die Juden von Ceske Budejovice Der Klub der Israel-Freunde in Ceske Budejovice bittet mitzuteilen: Auf dem Gebiet des restaurierten juedischen Friedhofes in der Pekarenska Strasse (im Viertel U Krizku bei der CSAD) wurde eine Ausstellung eroeffnet, die der juedischen Gemeinde der Stadt gewidmet ist, welche im Holocaust schwer betroffen wurde. Besuche bitte vorher zu koordinieren - Tel.: 36890 oder 7313333. Wir werden uns freuen, auslaendischen Gaesten die Ausstellung zu zeigen. Bei der Gelegenheit kann auch der wiederhergestellte Friedhof besucht werden. Chava Kiesler aus Haifa fuegt hinzu: der juedische Friedhof in Ceske Budejovice war viele Jahre hindurch voellig zerstoert, voller Abfall und diente als Weide fuer Schafe. Die Restauration des Friedhofes und des Beit Hatahara, in welchem die Ausstellung ist, geschah durch die Initiative und Muehe zweier selbstloser Buerger der Stadt Dr. Jaroslav Serda und Ota Klinsky. |
| FONDS UND VERSICHERUNGEN |
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| Chana Weingarten, die diese Themen behandelt, teilt mit: |
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| Der Schweizer Fond von 1,25 Milliarden $ Am 14.12.1999 fand in den Binyanei Hauma in Jerusalem durch die Initiative des amerikanischen Richters Eduard Corman ein Treffen der Vertreter der isr. Organisationen Holocaustueberlebender unter der Leitung des Richters (a/D) Moshe Bejsky statt. Das Ziel war ein Meinungsaustausch ueber den Fond, ob die vorgeschlagene Loesung annehmbar sei und wie die Gelder verteilt werden sollen. Die Meinungen waren geteilt, manche sagten, dass die Entscheidung wegen des hohen Alters der Berechtigten nicht weiter aufzuschieben sei, andere wieder, dass die angebotene Summe ungenuegend sei. Der Kompromissvorschlag war, die Haelfte der Summe sofort zu verteilen (der Schluessel zur Verteilung wurde noch nicht bestimmt) und gleichzeitig von den Schweizern zu verlangen, die vorgeschlagene Summe zu erhoehen. Ausserdem verlangten die Anwesenden, nicht auf das Verlangen der Schweizer einzugehen, ein Dokument zu unterschreiben, laut welchem keine weiteren Forderungen gegenueber Schweizer Finanzinstituten und Versicherungsgesellschaften erhoben werden und auch keine Forderungen zur Rueckgabe geraubter Kunstgegenstaende. Es ist bekannt, dass der in Schweizer Haenden verbliebene juedische Besitz weit wertvoller ist, als die angebotene Summe. |
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| Entschaedigungsfond fuer Zwangsarbeit Ein Abkommen ueber die Summe von 5,5 Milliarden $ wurde getroffen und unterschrieben. Dieser Fond wird in der zweiten Haelfte des Jahres 2000 zur Verfuegung der Berechtigten stehen. Die Art der Verteilung wurde noch nicht bestimmt. |
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| "Generali" In der zweiten Haelfte des Januars 2000 soll eine Liste der etwa 90.000 Namen von Menschen veroeffentlicht werden, die in dieser Gesellschaft bis 1938 versichert waren. "Generali" war bis damals in der Tschechoslowakei sehr aktiv. Die Liste wird im Internet und auch durch die verschiedenen Organisationen der Holocaust-Ueberlebenden veroeffentlichte werden. |
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| Adresse, um Versicherungen zu eruieren Eine Organisation in England hat Listen von Versicherten in einigen der groessten Versicherungsgesellschaften in den Jahren vor dem Holocaust. Die Adresse ist: International Commission on Holocaust Era Insurance Claims (ICHETC) 41, Bolton Lane, London EC3R 78DL, England |
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| Wertgegenstaende Im Zusammenhang mit der Rueckgabe von juedischem Besitz lenkt Peter Erben, (Ashkalon) die Aufmerksamkeit unserer Mitglieder auf eine Liste mit einigen hundert Namen von Besitzern von Paeckchen mit Wertgegenstaenden, die in den Tresoren der Prager Zivnostenska banka und einigen ihrer Filialen aufbewahrt waren. Die Liste erschien am 4.6.1948 im Organ der juedischen Gemeinden "Vestnik". Die Besitzer der Wertgegenstaende oder ihre Erben wurden damals gebeten, sich zu wenden an: 3. Odbor Narodni spravy majetkovych podstat, Praha I, Hastalska 20. |
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| BITTE ZU REAGIEREN |
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| Zeuge eines Mordes gesucht Im Maerz 1945, wahrscheinlich am 19., wurden sieben Gefangene der Tereziner Kleinen Festung erschossen, als sie Antitank-Graeben auf der Leitmeritzer Ebene nahe Terezin aushoben. Die Ermordeten waren tentativ: Ladislav Kras , Wilhelm Kaufmann, Viktor Schulz, Viktor Stern, Josma Baruch, Vlastimil Severin und Robert Friedmann - wahrscheinlich alle aus der Zelle No 46. In Folge einer Untersuchung des Amerikaners Steven Rambam wurde der vormalige SS-Mann Julius Joseph Viel verhaftet und der sieben Morde angeklagt. Rambam gelang es einen Augenzeugen zu finden, weitere Beweise fanden sich in Beit Terezin. Kurt Schrimm von der deutschen Staatsanwaltschaft fuer Kriegsverbrechen interviewte bereits mehr als 300 potentielle Zeugen und wird noch weitere 500 befragen. Schrimm hofft, einen weiteren Zeugen oder Ueberlebenden zu finden, der die Tatsachen ganz oder wenigstens teilweise bestaetigen koennte. Wegen Viels fortgeschrittenem Alter wird die Staatsanwaltschaft genoetigt sein, den Prozess bis etwa Mitte Februar vorzubereiten. Deshalb ist die Suche nach weiteren Zeugen ausserordentlich dringend. Jeder potentielle Zeuge oder wer irgendwelche Informationen fuer die Staatsanwaltschaft hat, wird gebeten sich umgehend mit Steven Rambam in den USA zu verbinden - Telefon 212-969-0286 oder Fax 212-858-5720. Wenn sich kein weiterer Zeuge findet, besteht die Gefahr, dass Viel nach dem deutschen Gesetz nicht angeklagt werden kann. |
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| Das juedische Altersheim in Marianske Lazne In den 50-er und 60-er Jahren gab es in Marianske Lazne (Marienbad) ein juedisches Altersheim, das von der tsch. Regierung gemeinsam mit der Prager juedischen Gemeinde errichtet wurde. Der offizielle Name war "Dum duchodcu - Krym". Es lebten dort meistens alleinstehende alte Menschen, die in Theresienstadt ueberlebt hatten. Das Haus wurde von Ruzena Hoffe und meiner Mutter Katarina Rychnovsky geleitet, welche zusammen mit der Belegschaft die alten Holocaust-Ueberlebenden hingebungsvoll pflegten. Im Jahr 1957 wurde die Leitung des Hauses von der kommunistischen Regierung bezichtigt, das Regime beleidigt zu haben, indem sie Unterstuetzung vom "Joint" und Geschenkpakete aus dem Ausland annahm. Vier von ihnen - Hoffe, Rychnovsky, William Friedmann und Isidor Bravermann wurden zu je 2 bis 3 Jahren Gefaengnis verurteilt. Meine Mutter wurde 1959 aus dem Gefaengnis entlassen und starb 1964. Schon seit einigen Jahren versuchen wir einen Weg zu finden, das Gedenken an die hingebungsvollen Angestellten des Altersheimes zu ehren, welche alles dazu taten das Leben der Hausinsassen zu erleichtern - und deren Lohn Gefaengnis und Erniedrigung waren. Im letzten Sommer besuchte ich das Museum der Stadt Marianske Lazne und fand dort viel Interesse an der Geschichte des juedischen Altersheimes. Das Museum ist bereit das Andenken an die Angestellten und Einwohner des Hauses zu ehren, hat jedoch kein Material darueber und auch ich habe sehr wenig. Deshalb wende ich mich an alle, die irgendein Material oder persoenliche Erinnerungen ueber das Thema haben und bitte, sich mit mir zu verbinden: Hana Huppert (Rychnovsky), Kibbutz Hahotrim 30870, Israel, Tel. 04-8302484, Fax 04-8575376 |
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| Zuzka Weiss geb. Tieberger, Tel Aviv, sucht Ernst Sterzer, geb. am 28.1.1925, der aus Wien nach Terezin kam, von wo er nach Auschwitz deportiert wurde und ueberlebte. Informationen bitte an: |
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| Zuzka Weiss, 20, Bavli St. Tel Aviv 62331, Israel |
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| Yaakov Zur, Kibbutz Naan, sucht Informationen ueber die Zwillinge Petr und Pavel Heller, geb. 1.7.1927. Sie wurden am 6.3.1943 mit Transport Cv ins Ghetto Terezin deportiert und am 6.9.1943 mit Transp. Dm nach Birkenau. Sie ueberlebten weil sie Zwillinge waren. Informationen an: |
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| Yaakov Zur, Kibbutz Naan 76829, Israel |
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| Video-Interviews Unsere Mitglieder, deren Zeugenaussage noch nicht im Rahmen der "Yale University", Spielberg oder Yad Vashem auf Video aufgezeichnet wurde und die daran interessiert sind, moegen sich bitte an Anita Tarsi im Beit Terezin wenden. |
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| Korrektion In unserer letzten Nummer schrieben wir ueber eine Spende von NIS 20.000 die Beit Theresienstadt erhielt. Dr. Adolf Benes bemerkt dazu: "Als Vorsitzender des Vereines Elternheim fuer ehemalige Tschechoslowaken (jetzt Fond) und deren Ehrenpraesident moechte ich der Ordnung halber und um Missverstaendnisse zu vermeiden darauf hinweisen, dass die obenerwaehnte Spende vom Verein Elternheim (Fond) erhalten wurde und nicht wie im letzten Newsletter berichtet wurde." Wir bitten um Entschuldigung und hauptsaechlich: Danke fuer die Spende! |
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| Ergaenzung Margit Silberfeld aus Jerusalem moechte zum Beitrag Widerhall zur Vorstellung "L'chajej hachajim" in unserer letzten Nummer ergaenzen: Nicht nur kannte Margit Karl Schwenk, wie dort steht, sondern sie wurde von ihm selbst gewaehlt, an seinen Kabaretts teilzunehmen - trotzdem sie damals erst 15 Jahre alt war. |
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| MITGLIEDSBEITRAG |
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| Diese Blaetter bezeugen den Umfang unserer Taetigkeit und auch die Notwendigkeit fortlaufender Finanzierung. Wir bitten, uns die Zahlung fuer das Jahr 2000 so bald wie moeglich zukommen zu lassen, damit wir unsere weitere Arbeit reibungslos fortsetzen koennen. Dank im Voraus! |
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